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Makronährstoffe in der veganen Ernährung

Makronährstoffe in der veganen Ernährung: Proteine, Kohlenhydrate & Fette

Die kompakte, wissenschaftlich fundierte Übersicht zu allen drei Makronährstoffen in der veganen Ernährung – inklusive bester pflanzlicher Quellen, Nährwert-Richtwerte pro 100 g und klaren Empfehlungen (z. B. kaltgepresste Öle, Omega-3, Aminosäurenprofil). Ideal zum schnellen UV Nachschlagen.


Proteine (Eiweisse)

Funktion: Bausteine für Muskeln, Organe, Haut; notwendig für Enzyme, Hormone und das Immunsystem. In der veganen Ernährung empfiehlt sich die Kombination verschiedener Quellen, um ein vollständiges Aminosäurenprofil zu erreichen.

Beste vegane Proteinquellen

Lebensmittel Protein (g / 100 g) Besonderheiten Worauf achten
Tofu, Tempeh, Sojadrink 12–20 Gutes Aminosäurenprofil, vielseitig Nach Möglichkeit Bio/EU-Soja; naturbelassen, wenig Zusatzstoffe
Seitan (Weizengluten) 18–25 Sehr proteinreich, fettarm Nur bei Glutenverträglichkeit; kurze Zutatenliste
Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Erbsen) 7–10 (gekocht) Protein + Ballaststoffe + Mikros Gut durchgaren; Einweichen/Keimen erhöht Verträglichkeit
Lupinenprodukte 15–20 Regional verfügbar, gut verdaulich Bevorzuge europäische Herkunft
Pseudogetreide (Quinoa, Amaranth, Buchweizen) 12–15 (trocken) Kompletteres Aminosäurenprofil Vor dem Kochen waschen; Bitterstoffe entfernen
Nüsse & Samen (Hanf-, Kürbis-, Sonnenblumenkerne) 20–30 Protein + gute Fettsäuren Roh oder trocken geröstet; ohne Öl/Zucker

Pro-Tipp: Hülsenfrüchte + Getreide (z. B. Bohnen & Reis, Hummus & Vollkornbrot) ergänzen sich zu einem sehr vollständigen Aminosäurenprofil.


Kohlenhydrate

Funktion: Hauptenergielieferant für Gehirn, Nerven und Muskulatur. Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst bringen zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe mit.

Qualitativ hochwertige Kohlenhydratquellen

Lebensmittel Kohlenhydrate (g / 100 g) Besonderheiten Worauf achten
Vollkorngetreide (Hafer, Dinkel, Gerste, Hirse) 60–70 (trocken) Langsame Energie, B-Vitamine, Sättigung Echten Vollkornanteil wählen; kurze Zutatenliste
Hülsenfrüchte 20–30 (gekocht) Kohlenhydrate + Protein + Faser Ausreichend garen; bei Bedarf Gewürze für Bekömmlichkeit (Kreuzkümmel, Ingwer)
Kartoffeln & Süsskartoffeln 15–20 (gekocht) Leicht verdaulich, kaliumreich Mit Schale garen; abkühlen & erneut erhitzen erhöht resistente Stärke
Kürbis, Randen, Pastinaken 5–15 Saisonal, ballaststoffreich Frisch & regional bevorzugen
Obst (Banane, Apfel, Beeren) 10–25 Antioxidantien, Vitamine Saisonalität, Reifegrad
Vollkornbrot & Naturreis 40–60 (gebacken/gekocht) Konstante Energie, Sättigung Vollkornanteil > 90 %; wenig Zusatzstoffe

Pro-Tipp: Je unverarbeiteter die Kohlenhydrate, desto stabiler der Blutzucker und desto besser die Mikronährstoffbilanz.


Fette (Lipide)

Funktion: Energiedicht (9 kcal/g), Träger fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K), Bausteine für Zellmembranen und Hormone. Fokus auf ungesättigte Fettsäuren und eine ausreichende Omega-3-Versorgung.

Hochwertige vegane Fettquellen

Lebensmittel Fett (g / 100 g) Besonderheiten Worauf achten
Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen 30–40 Reich an Omega-3 (ALA), Ballaststoffe, Protein Frisch mahlen/geschrotet verwenden; lichtgeschützt lagern
Walnüsse 60–65 Günstiges Omega-6:Omega-3-Verhältnis Unbehandelt; ohne Zucker/Glasur
Avocado 15–20 Einfach ungesättigte Fettsäuren Reif, aber nicht überreif; frisch verwenden
Olivenöl (extra vergine, kaltgepresst) 100 Polyphenole, herzgesund Kaltgepresst, dunkel lagern; eher für Kaltes/Low-Heat-Cooking
Rapsöl (kaltgepresst) 100 Relativ viel ALA (Omega-3), vielseitig Kaltgepresst für Kaltes; raffiniert nur für hohe Hitze
Kokosöl 100 MCT-Fette, spezielle Aromatik Massvoll nutzen (viele gesättigte Fettsäuren)
Nussmus (Mandel, Cashew, Erdnuss) 50–60 Nährstoffdicht, cremige Textur Ohne Palmöl/Zucker; nur Nüsse + Salz (optional)

Pro-Tipp: Für die direkte Zufuhr von DHA/EPA (langkettiges Omega-3) bietet sich Algenöl an. ALA-Quellen (Lein/Chia) täglich einplanen.


Empfohlene Makronährstoff-Verteilung (vegan)

Ziel Kohlenhydrate Proteine Fette
Ausgewogene Ernährung 50–55 % 20–25 % 25–30 %
Muskelaufbau ≈ 45 % 25–30 % 25–30 %
Gewichtsreduktion / Low-Carb 30–40 % 25–30 % 30–35 %

Hinweis: Die optimale Verteilung ist individuell (Aktivität, Ziel, Verträglichkeit). Qualität der Lebensmittel ist entscheidend.


FAQ: Häufige Fragen zu veganen Makronährstoffen

1) Muss ich Proteinquellen kombinieren, um alle Aminosäuren zu bekommen?

Ja, über die Tagesbilanz ist Vielfalt sinnvoll. Klassische Kombinationen sind Hülsenfrüchte + Getreide (z. B. Linsencurry & Vollkornreis, Hummus & Fladenbrot). Perfekte Kombi in einer Mahlzeit ist nicht zwingend nötig – wichtig ist die Abwechslung im Tagesverlauf.

2) Sind kaltgepresste Öle wirklich besser?

Kaltgepresste Öle (z. B. Olivenöl extra vergine, Rapsöl kaltgepresst) enthalten mehr Begleitstoffe (Polyphenole, Vitamin E). Sie eignen sich besonders für Kaltspeisen oder moderate Hitze. Für hohe Temperaturen raffinierte, hitzestabile Öle verwenden – oder auf schonende Gartechniken setzen.

3) Wie sichere ich meine Omega-3-Versorgung vegan ab?

Täglich ALA-Quellen (Lein-, Chia-, Hanfsamen, Walnüsse) einbauen. Für die direkte Versorgung mit DHA/EPA (Gehirn/Herz) ist Algenöl die vegane Option.

4) Sind stark verarbeitete Fleischersatzprodukte sinnvoll?

Sie können den Proteinbedarf bequem decken, enthalten jedoch oft mehr Salz, Öl und Zusatzstoffe. Besser: den Schwerpunkt auf vollwertige Lebensmittel legen (Tofu, Tempeh, Hülsenfrüchte, Nüsse/Samen) und Ersatzprodukte als ergänzende Option nutzen.


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